9 Monate lang spürt Ihre Partnerin das Baby im Bauch. Als angehender Papa denken Sie viel nach und stellen sich so einiges vor. Aber wie können Sie die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby aufbauen – vor und nach der Geburt?

Sie werden also bald Papa, oder sind frischgebackener Papa. Aber fühlen Sie sich wie ein Papa? Ist es angeboren? Oder fühlen Sie sich in diese neue Rolle hinein katapultiert, mit einem Baby, das zuerst ein grosser Wunsch ist und dann plötzlich sehr konkret wird? Zudem scheint das Kleine nur seine Mama zu wollen! Sie zweifeln sogar, dass überhaupt eine Bindung zwischen Ihnen und dem Baby bestehen könnte.

Seien Sie unbesorgt, diese Bindung wird mit der Zeit aufgebaut und entwickelt; sie ist nicht unbedingt angeboren. Und zwar auf Mamas als auch auf Papas Seite, denn in diesem Punkt geht nichts über eine gemeinsame Zusammenarbeit! pop e poppa zeigt Ihnen einige sehr schöne Techniken, die Ihnen genau dabei helfen.

 

Prä- und postnatale Haptonomie

Diese äusserst sanften Berührungen ermöglichen es Ihnen, sehr früh mit dem Baby im Mutterleib zu kommunizieren. Das Ziel? Eine emotionale Beziehung zwischen Vater, Mutter und Kind aufbauen, um Austausch und gegenseitige Unterstützung zu fördern. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern wird so bereits vor der Geburt hergestellt und begünstigt das gegenseitige Vertrauen. Das Kind ist offen für ein soziales Leben, in dem jeder seinen Platz findet, unabhängig von seinem Alter, und gegenseitiger Respekt einen hohen Stellenwert hat.

Wie geschieht dies? Durch Berührungen und sanftes Drücken auf den Bauch oder durch den Klang Ihrer Stimme lernen Sie mit Ihrem Kind zu kommunizieren. Die Sitzungen geben Ihnen auch die Möglichkeit, sich Zeit für diese gemeinsamen Momente zu nehmen und sich auf das ungeborene Kind zu konzentrieren, etwas, das im Alltag sonst manchmal wenig Raum erhält.

Ideal für Papas, die nicht recht wissen was sie tun sollen, wie sie es tun sollen und vielleicht Angst davor haben, es falsch zu machen! Ihr Vorteil: Durch die Haptonomie erfahren Sie auch, wie Sie Ihre Partnerin während der Geburtsphase unterstützen können.

Eine einschlägige Adresse, um eine Praktikerin oder einen Praktiker in der Schweiz zu finden: hapto.ch, Schweizerischer Verband medizinischer Fachpersonen mit Ausbildung in Haptonomie

 

Hautkontakt – eine Magie

Jetzt ist Ihr Kleines geboren, bereit, sich in Ihre Arme zu kuscheln! Die ideale Gelegenheit, so früh wie möglich und so oft wie möglich Hautkontakt zu praktizieren und zwar gleich nach der Geburt. Es wirkt sogar Wunder bei Frühgeborenen.  

Aber um was geht es genau? Es werden keinerlei Hilfsmittel benötigt, das Baby wird nackt (keine Sorge, Windeln werden toleriert!) in Kontakt mit dem nackten Brustbereich gebracht, entweder in einem Tragetuch oder in den Armen.

Wenn auch in der medizinischen Fachliteratur nur Vorteile für diese Praxis aufgezeigt werden, so erfordert sie doch Zeit. Diese ausgiebige Hautkontakt-Anwendung während 1,5 bis 2 Stunden wird sogar unmittelbar nach der Geburt empfohlen. Es wird jedoch nicht immer als Normalität im Spital angeboten. Zögern Sie nicht, darum zu bitten! Es kann sowohl mit der Mutter als auch mit dem Vater geschehen, z.B. wenn die Geburt durch Kaiserschnitt erfolgt und die Mutter medizinisch versorgt werden muss. Allenfalls kann der Vater übernehmen, während sich die Mutter eine Ruhepause gönnt. 

Hautkontakt wirkt Wunder für die Bindung. Das Kind hört die Stimme seines Vaters, riecht seinen Duft und ist beruhigt. Darüber hinaus haben laut einer Studie über Frühgeborene Anderson & Moore 2007, Erwachsene, die von der Hautkontakt-Praktik als Baby profitiert haben, „gesündere“ Verhaltensweisen. Sie sind weniger aggressiv, weniger hyperaktiv und weniger impulsiv als Babys, die in Brutkästen gelegt wurden. Ihre Gehirne selbst sind grösser, mit besseren IQ-Testergebnissen! Überzeugt?

Hautkontakt ist eine wunderbare Kombination und Ergänzung zum Tragen von Babys, das ebenfalls viele Vorteile mit sich bringt (lesen Sie unseren Artikel „Getragene Babys, glückliche Babys!„).

Wenn es noch ein letztes Geheimnis gibt, wie man eine Bindung zu seinem Baby entwickeln kann, dann ist es ein Wort mit vier Buchstaben: Z.E.I.T. Kleinkinder machen jene Menschen zu ihren Bezugspersonen, mit denen sie die meiste Zeit verbringen. Betrachten Sie dies nicht als einen Wettlauf um verbrachte Zeit mit Ihrem Kind, sondern denken Sie daran, wie wichtig es ist, sich mit ihrem Kind Zeit nehmen zu können und dann die Früchte der Bindung zu ernten!